Ferien in Bergün 3. - 9. Juli 2011

12. September 2011

Zum ersten Mal sind wir als kleine Familie in die Ferien verreist. Verschlagen hat es uns ins schöne Bergün in das alt-ehrwürdige Kurhotel.

Wir haben eine tolle Woche verleben dürfen. Vom wunderbaren Sonnenschein bis hin zum regnerischen Wetter haben wir alles erlebt. Wir kommen bestimmt wieder!

Taufe von Gabriel León am 19. Juni 2011

29. Juni 2011

Mit Freude blicken wir auf einen wunderbaren Tauf-Sonntag vom 19. Juni 2011 zurück. Wir möchten uns bei Euch allen ganz herzlich bedanken, dass ihr dabei wart. Besonderer Dank gilt Pfr. Umberto, der mit besonderer Hingabe eine wunderbare Tauffeier für Gabriel León abgehalten hat.

Untenstehend findet ihr eine Ansammlung schöner Eindrücke.

Nur weil wir müssen: Adios Argentina!

27. April 2009

Nun ist er gekommen, der Zeitpunkt, den wir zwar immer vor Augen hatten, aber so gut als möglich zu verdrängen suchten: Der Abschied von unserem liebgewonnenen Argentinien! Seit dem 4. Februar 2009 waren wir in diesem wunderbaren Land unterwegs, haben gewaltige Landschaften bestaunen dürfen, unvergleichliche Bergwelten angetroffen, sensationelle Menschen kennen lernen dürfen. Die Ruhe der abgeschiedensten Natur wie auch der Lärm der Grossstädte hat uns gleichermassen fasziniert. Kurz: Es hat uns an nichts, aber auch an gar nichts gefehlt in diesen drei Monaten des Reisens und Erlebens. Da war doch noch die Musik, sei es Tango oder Folklore. Ich glaube, es gibt kaum jemanden, den diese verbunden mit den Emotionen und Bewegungen nur kalt lassen. Uns hat’s auf jeden Fall kalt erwischt. Und das ist gut so!

Zusammen sind Simone und Sven hier im sprichwörtlichen Sinne über Stock und Stein gegangen. Mehr als 12′200 km mit dem Auto und einige tausend mit dem Flieger liegen hinter uns. Die Abstecher nach Chile und Bolivien werden ebenso unvergesslich bleiben, wie all die wunderbaren Erlebnisse in Argentinien. Wir versuchten natürlich all die schönen Sachen auf Foto festzuhalten. Das gelang sicher nur teilweise. Vieles werden wir einfach in unserer Erinnerung mitnehmen und im Herzen tragen.

Heute sind wir nun zum (vorerst?) letzten Mal in Sal Telmo auf der Plaza Dorego gesessen und haben dem Treiben der Menschen zugeschaut. Mit viel Wehmut nehmen wir Abschied von Land und Leuten, von einer Welt, die uns zuvor gänzlich unbekannt war, die uns aber mit viel Wärme und Emotionen aufgenommen hat.

Wir werden diese Hochzeitsreise ganz sicher niemals vergessen und danken allen, die uns dies  ermöglicht haben, sei es mit materieller Unterstützung oder mit guten Tipps über Land und Leute!

We cry for you Argentina!

Simone und Sven

Buenos Aires nochmal in vollen Zügen!

26. April 2009

Das Quartier San Telmo sollte unsere zweitletzte Station sein, bevor wir wieder zu Erika ins Casa Sol y Sombra zurückkehrten. Im Hostel Telmotango, einem wunderschönen im Kolonialstil erbauten Gebäude, verbrachten wir schliesslich die Tage von Sonntag bis Freitag. Die Woche war dann auch gespickt mit Ereignissen. Am Sonntag noch gingen wir in die wöchentlich stattfindende Feria im Quartier, wo allerlei Strassenhändler ihre Antiquitäten und sonst allerlei feilbieten. Auf der Plaza Dorrego und in den Strassen bewunderten wir die Behendigkeit der Tangotänzer. Strassenkünstler gaben ihr Können zum Besten. Simone durfte (oder besser musste) ihre ersten Gehversuche machen, als ein zwar etwas in die Jahre gekommener aber nicht minder gut aussehender Alain Delon-Verschnitt sie zum Tanzen an die Hand nahm. Zwar gestaltete sich das in den Badelatschen nicht allzu einfach, aber sie schlug sich tapfer und liess sich brav führen. Meine grosse Enttäuschung an diesem Tag war, dass ich nicht die Schlagerpartie zwischen Boca Juniors und River Plate im legendären Boca-Stadion live mitverfolgen konnte. Leider waren wir etwas zu spät in Bs.As. angekommen. Ein Franzose aus unserem Hostel war da und hat sich vor Adrenalischüben fast gar nicht mehr eingekriegt…dies hat nicht eben zur Besserung meiner Situation beigetragen. Dafür würde ich das gesparte Geld kräftig ins Shopping inverstieren, kostete das Ticket doch satte AR$ 550, etwa CHF 180.

Montags ging es dann nach Palermo zum Shopping und in die City. Abends gingen wir im Quartier in ein hübsches Lokal essen. Die Auswahl ist derart gross, dass es einem nicht schwerfällt, etwas Gutes zu finden. Für Mittwoch planten wir, das Boca-Quartier mit seinen bunten Häusern in Caminito aufzusuchen. Mit dem Collectivo gelangten wir runter an den Rio  Riachuelo, der den traurigen Ruf des dreckigsten Flusses der ganzen Welt geniesst. Die Strassen mit ihren in allen möglichen Farben gehaltenen Häuserwänden muten wunderbar exotisch an. In der Calle Necochea mit ihren unzähligen Cafes und Restaurants soll denn auch der Geburtsort des Tango liegen. Zwar wird überall davor gewarnt, sich in allzu menschenleeren Strassen aufzuhalten. Also folgten wir den Touristenströmen, wagten uns dann doch etwas abseits und kamen direkt an das legendäre Fussballstadion der Boca Juniors, das sich wie eine Pralinenschachtel mitten aus dem Quartier erhebt. Es trägt denn auch den Übernamen “La Bonbonera”. Wir besichtigen diesen Tempel der Verehrung.  Allgegenwärtig ist natürlich seine Exzellenz, Diego Armando Maradona. Er besitzt - wie könnte es anders sein - die beste Loge im Stadion. Wir wurden durch die Katakomben und in die Garderoben geführt, ebenso wie auf den heiligen Rasen. In den Kabinen, standen in den Ecken überall kleine Madonnen herum. Scheinbar alles Geschenke von gläubigen Fans. Diese Geschenke durften einem glückbringenden Aberglauben zufolge auch nicht angerührt oder verändert werden.

Am Abend bot dann unser Hostel Tangolektionen auf der Dachterasse an. Ein junges holländisches Paar und wir wagten so also die ersten Schritte dieses wunderbaren Tanzes. Wie befürchtet, gestaltete sich dies alles andere als einfach. Aber auch ein Tango-Meister ist noch nie vom Himmel gefallen. Schliesslich sind sich Simone und ich einig, dass dies bestimmt nicht unsere letzten Tango-Schritte waren!

Puerto Madera mit seinen neu renovierten Lagerhallen und das schöne Wetter luden anderntags zum gemütlichen Spaziergang entlang des Hafens ein. Edle Restaurants reihen sich hier aneinander, wo geschäftig wirkende Businessleute an bester Lage ihren Lunch einnehmen. Wir begnügten uns mit etwas weniger opulenter Kost, schliesslich haben wir kein Spesenkonto zur Verfügung. Am Abend dann holten uns Denise und Jorge, die wir in Quilmes kennen gelernt hatten, bei unserem Hostel ab und wir gingen zusammen in ein spanisches Lokal im Monserrat essen. Wieder verbrachten wir einen wunderschönen Abend mit excellenter Speise. Simone, Jorge und ich teilten uns eine Paella (sprich: Paeescha, aber eigentlich ja Paeeja).

Am Freitag war dann noch ein allerletztes Mal Umzug angesagt. Wir gingen so zum Ausgangspunkt unserer grossartigen Reise zurück: Palestina 1037, Casa Sol y Sombra zu Erika. Der eindeutige Höhepunkt dieser Woche war natürlich dann unser Ausflug vom Samstag ins Tigre Delta zu Ana Laura und Ralph Meier. Nach einem ausgiebigen Frühstück mit hausgemachten Zopf und Schwarzbrot ging es dann zu siebt mit ihrem Boot auf den tägigen Ausflug ins Delta. In einem Seitenarm des Paraná-Flusse zauberte alsdann Ralph eine wunderbares Mittagessen mit Fleisch, Rösti und Kürbistarte auf dem Boot. Für den ehemaligen Schiffskoch, der um die gesamte Welt gereist ist, ein Kinderspiel. Wir konnten ja nur staunen, was er da alles aus dem Rumpf des Schiffes zauberte. Nach der Rückkehr zu ihrem Haus gab es dann noch Kaffee und Kuchen, nota bene hausgemacht.

Heute Sonntag gingen wir dann mit Melita und Heinz aus Oesterreich und David und Iris aus der Schweiz an die Feria de Matadores bei den ehemaligen Schlachthöfen. Viel Folklore und so mancher Verkaufsstand mit allerlei Nützlichem werden da allsonntäglich präsentiert. Auf der Bühne in der Platzmitte finden Darbietungen verschiedener Art statt. Der Himmel über dem Markt war eingenebelt von den unzähligen Parillas überall; der Duft des Fleisches drang in unsere Nasen.

Freunde in Quilmes und Bs.As.

21. April 2009

Nun stand uns noch eine ganz besondere Aufgabe bevor. An der bolivianisch-argentinischen Grenze hatten wir ja zwei Töff-Fahrer aus Bs.As. kennengelernt, die auf dem Heimweg von Peru waren. Der eine davon hat uns sogleich seine Telefon-Nummer überlassen, damit wir ihn - sobald in Bs.As. angekommen - kontaktieren könnten. Wir kündigten unser Kommen bereits in Gualeguaychu an und vereinbarten unser Treffen in Greater-Bs.As., nämlich in Quilmes. Die anfangs erwähnte besondere Aufgabe bestand nun darin, durch Bs.As. hindurch und nach Quilmes zu gelangen. Auf den ersten Blick nicht besonders schwer, in der Realität jedoch eine Herausforderung für die Fahrerin und ihren Co-Piloten. Je näher wir der Stadt kamen, umso breiter wurden die Strassen und dichter der Verkehr. Wir mussten tatsächlich voll in die Stadt hinein und die richtige Autobahn wieder finden, die uns entlang des Rio de la Plata wieder hinaus brachte. Zwar waren da eine ganze Menge Schilder allenthalben, aber die zu beachten und gleichzeitig auf den 10-spurigen Autobahnen mit dem Verkehr Schritt zu halten, war so eine Sache. Simone aber machte ihren Job im Tieffliegen hervorragend und wir brachten den Freitagabend-Grossstadtverkehr heil hinter uns. Juan - so hiess der Töff-Fahrer - holte uns dann im Zentrum von Quilmes ab.

Am Abend gingen wir mit seiner Partnerin zusammen in ein Parilla-Restaurant und verabredeten uns für den kommenden Abend sogleich wieder. Diesmal sollten noch ein Freund von ihm - ebenfalls für Bühler-Uzwil beschäftigt - sowie seine schweizer Ehefrau mit von der Partie sein. Am Ufer in Puerto Madera suchten wir ein wunderbares Lokal auf, wo wir á discrëtion Parilla, Pasta, Pescado und sonst noch alles, was das Herz begehrt, zu speisen fanden. Mit Jorge und Denise lernten wir wiederum zwei wunderbare Personen kennen. Er hat in St.Gallen an der Uni noch studiert und konnte somit sehr gut deutsch. So konnten wir uns nach langer Zeit wieder einmal mit anderen Leuten als uns selbst in unserer Muttersprache unterhalten und hatten so einiges zu lachen.

Nach einen ausgedehnten argentinischen Morgenessen am Sonntag, starteten wir den Motor unseres Suzuki zum letzten Mal und begaben uns ins Stadtzentrum von Bs.As. zu unserem Hostel.

Geruhsame Tage am Rio Gualeguaychu

20. April 2009

Vom Lärm der beiden Grossstädte gesättigt, fuhren wir von Rosario direkt nach Gualeguaychu, einer mittelgrossen Stadt an den Ufermündungen des Rio Uruguay und eben des Rio Gualeguaychu. Auf der Suche nach einem schönen Campingplatz wurden wir bald fündig. Unsere letzte Bleibe im Zelt schlugen wir am Rio Gualeguaychu auf einen ruhigen Camping auf. Saison vorbei, wir zusammen mit einer jungen Familie aus Mar del Plata die einzigen Touris vor Ort. Was für ein Glück. In der Osterwoche zuvor - also der Semana Santa - sollen hier etwa noch 45 Zelte gestanden haben. Die Abende wurden bereits kühler, so dass wärmere Kleidung empfehlenswert war. Über TV und via Broschüren haben wir dann erfahren, dass hier in dieser und anderen nahen Gegenden momentan Alarmstufe herrscht wegen einer Krankheit namens Dengue, die durch besondere Stechmücken übertragen wird. Die Symptome sind ähnlich denen der Malaria. So sprühten wir uns Abend für Abend mit Anti-Brumm ein, wurden aber irgendwie trotzdem überall verstochen. Zwar ist das Epizentrum weit von hier entfernt, trotzdem waren wir auf der Hut. Und bis jetzt geht´s uns bestens. Die Tage verbrachten wir meist mit Sonnenbaden am kleinen Strand, schliesslich soll man zu Hause auch sehen, dass wir Ferien hatten ;-)

Am Abend des zweiten Tages wurden wir von den Campingplatz-Besitzern, einem rund 60-jährigen Ehepaar spontan zum Pasta casero-Essen eingeladen (hausgemachte Pasta). Das junge Ehepaar mit ihrem kleinen Töchterchen wurde ebenfalls eingeladen und so verbrachten wir einen wunderbaren Abend mit feinsten Tagllerini und verschiedenen Saucen sowie einem hausgemachten Dessert, bis wir fast platzten! Wir brachten den Wein mit, die Argentinier verlegten sich aber lieber auf ihr präferiertes Getränk, nämlich Fernet Branca mit Coca Cola…..und das nicht zu knapp! Adrian, so hiess der junge Vater aus Mar del Plata, hatte bereits einmal als Koch gearbeitet und wollte dies natürlich auch unter Beweis stellen. So war auch klar, dass wir am folgenden Tag wieder gemeinsam essen würden. Diesmal wurde Pizza a la Parilla aufgetischt. Er rackerte sich dabei am Grill ab und zauberte x-verschiedene Pizzen unterschiedlichster Gusti herbei. Zum Abschluss gab’s natürlich wieder ein hausgemachtes Dessert von Teresa, der Camping-Eignerin: Budin de Pan…..umwerfend süss, aber umwerfend guuuut! Was aber sollten wir mit unserem bereits eingekauften Hähnchen anstellen? Wir würden nämlich am kommenden Tag abreisen!! Kein Problem: Zum Mittagessen unseres Abreisetages gab’s Pollo a la Cerveza. Wiederum krampfte Adrian am Grillfeuer und bereitete eine hervorragende Hühnchen-Pfanne zu. Dazu waren rund 6 Liter Quilmes nötig. Einfach unglaublich!

Wir begannen dann langsam aber sicher, uns unserer nicht mehr gebrauchten “Einrichtungsgegenstände” zu entledigen. Den portablen 12Volt-Kühlschrank, den wir in Salta gekauft hatten, vermachten wir spontan Adrian und Soledad (seiner Frau). Die freuten sich unheimlich darüber, was uns wiederum freute. Wir konnten das sperrige Ding ja sowieso nicht mit in die Schweiz nehmen. Dann wurden noch weitere Geschenke ausgetauscht. Insgesamt erhielten wir 2 Kilo Dulce de Lecce und eine feine Wurst mit auf den Weg. Fast unter Tränen nahmen wir schliesslich Abschied von den liebgewonnen Freunden und machten uns schweren Herzens, aber auch voller unglaublich schöner Eindrücke auf zu unserer letzten Etappe: nach Buenos Aires!

Vom Rio Uruguay über Cordoba nach Rosario

13. April 2009

Unser Weg führte uns nun wieder süd-westwärts entlang des Rio Uruguay und der argentinisch-brasilianischen Grenze. In El Soberbio fanden wir schliesslich einen traumhaften Campingplatz, wo wir unser Zelt direkt auf einer Anhöhe am Ufer des Rio Uruguay aufschlagen konnten. Wir waren die einzigen Camper. Sogar baden gingen wir in den kühlenden Fluss. Abends sassen wir dann auf unserer Decke vor dem Zelt und assen und tranken und genossen die Ruhe - gelegentlich unterbrochen durch Hundgebell und Motorenlärm - sowie die Sicht auf Brasilien hinüber. In den Tourismus-Broschüren wurde ein Wasserfall der besonderen Art als sehenswert angepriesen. In etwa 75 km Entfernung befinden sich die Saltos del Moconá, ein 2 km langer abstürzender Wasserfall. Das spezielle an diesen Fällen ist, dass sie sich parallel zum Flussverlauf zwischen schätzungsweise 7 - 12 Meter in die Tiefe stürzen. Wiederum ein spektakuläres Bild der Natur! Bis wir es allerdings dorthin geschafft hatten, mussten wir einige Hindernisse überwinden. Die ersten 50 km Teerstrasse legten wir problemlos zurück. Danach gings über Schotterpisten in den Wald hinein und alsbald wies uns ein Desvio-Schild den Weg in weiteres Dickicht. Über verschlungene Pfade setzten wir unsere Reise scheinbar immer tiefer in den Wald eindringend im Schritttempo fort. Irgendwann kreuzte uns ein Lastwagen (!) mit dessen Fahrer wir uns einige Minuten unterhielten und der uns noch gefrorenes Wasser mit auf den Weg gab (denn es war wieder mal ziemlich heiss). Kurz darauf gelangten wir wieder auf die Strasse, die sich über etliche Kilometer im Bau befand. Gewaltige Bagger und Trucks versuchten dem unwegsamen Gelände Herr zu werden. Die Bauarbeiter waren jedenfalls nicht zu beneiden. Hitze und Staub machen das Arbeiten dort wahrscheinlich höllisch unangenehm. Verblüfft waren wir allerdings, als wir einen kleinen Ford-Pick-Up wiedererkannten, den wir lange zuvor noch auf den Teerstrassen doch einst überholt hatten!! Der hielt sich offenbar nicht an die Beschilderung und kürzte den Weg so ziemlich ab, denn für die 25 km brauchten wir knapp eine Stunde! Schliesslich gelangten wir ans Ufer des Rio Uruguay und mussten noch die rund 2 Km zum Aussichtspunkt zu Fuss zurücklegen. Nun folgte bereits die zweite Überraschung: Ein Stahlseil im Fluss wies uns den Weg dorthin. Wir mussten also mit Schuhwerk und Sonnenschutz durch das Flussbett dem Wasserfällen entgegen laufen. Ein abenteuerliches Unterfangen. Zwar reichte das Wasser höchstens bis zur Hüfte, doch die hochstehende Sonne erschwerte das Fortkommen erheblich. Nach gut drei Viertel Stunden standen wir auf der kleinen Betonplattform und konnten die ungehinderte Sicht auch die Wasserfälle geniessen…und das ganz alleine auf weiter Flur!! Der beschwerliche Weg hatte sich wieder einmal gelohnt.

Ein eher unrühmlicher Höhepunkt war unser Abstecher in den Nationalpark de Los Palmes am Rio Uruguay. In der Nacht begann es heftig zu gewittern und zu regnen. Der Regen dauerte auch den ganzen Tag an. Das Terrain, da erdig und weich, wurde langsam aber sicher zur Wasserfalle. Unser Zelt drohte weggespült zu werden. So entschlossen wir uns kurzerhand, alles plitschnass ins Auto zu verladen und das Weite zu suchen. Wir fuhren der Sonne entgegen und fanden schliesslich Unterkunft in einer Cabaña, wo wir die Gelegenheit nutzten und das Zelt vom Schlamm und Dreck säuberten.

Nächstes Ziel waren die Städte Paraná und Santa Fe, die am Paraná-Fluss einander gegenüber liegen. In Paraná nächtigten wir mitten im Zentrum, in Santa Fe etwas ausserhalb. Wir suchten zuerst den von der Turi-Info angegebenen Camping-Platz. Der stellte sich jedoch als Dino-Vergnüngspark für Kinder heraus, der lediglich von Dezember - Februar geöffnet hat. So mussten wir gezwungenermassen in praktisch neuen Cabañas Unterkunft beziehen. Wir genossen eine kleine Wohnung für uns sowie den Pool, den wir wiederum für uns alleine zur Verfügung hatten.

Von Santa Fe gings direkt nach Cordobá, der Nr. 2 hinter Bs.As. Wunderschöne Kolonialbauten zieren den Stadtkern von Cordobá. Die Millionenstadt beeindruckte uns zudem mit ihren riesigen Avenidas und den traumhaften Paseos zum Shoppen. Am meisten beeindruckt waren wir jedoch vom grandiosen Einkaufszentrum mitten in der Stadt! Geschützt vor der brütenden Mittagssonne kann man hier alles, aber auch wirklich alles kaufen. So verbrachten wir einige Stunden dort und die Kreditkarte ist jetzt auch wieder einmal gebraucht worden!

Die Gegend in den Provinzen Santa Fe, Corrientes und Buenos Aires ist reichlich bevölkert, weshalb wir praktisch nie mehr durch einsame oder verlassene Landteile fuhren. Die Ruta 9 führte uns von Cordobá auf direktem Weg nach Rosario. Diese Stadt streitet sich mit Cordobá um den Anspruch auf die Nr. 2 hinter Bs.As. Das nicht zu Unrecht, hat sie doch ebenfalls einiges zu bieten am Ufer Rio Paraná. Immerhin stehen hier das monströse Monumento de la Bandera, der Nationalflagge Argentiniens und das Geburtshaus Che Guevaras. Zudem verfügt die Gegend über sehr schöne Strände. Die Suche nach einer Unterkunft in Rosario erwies sich aufgrund der Ostertage als Spiessrutenlaufen. Wir telefonierten sämtliche Hostels im Stadtführer ab; schliesslich mussten wir an der zentralen Plaza ein Hotel nehmen. Heute konnten wir einen Hochsee-Frachter auf dem Fluss bestaunen! Tatsächlich ist der Hafen von Rosario bis hier hinauf vom Rio de la Plata aus mit Ozenariesen beschiffbar.

Laguna Iberá und Iguazú

07. April 2009

Die Gegend, die wir nun durchquerten eröffnete sich uns komplett anders, v.a. natürlich beeinflusst durch die Ströme des Rio Paraguay und Rio Uruguay. Wir mussten uns langsam an tropisches Klima gewöhnen. Unser Ziel nach einem eher tristen Camping Municipal in Resistencia war nun die Laguna Iberá. Die sollte sich als ein weiters Highlight entpuppen, weshalb wir dort auch vier Tage planten. Wir trafen einen wunderbaren Zeltplatz direkt an der Lagune an. Auf dem Weg dorthin querten die ersten Carpinchos die Strasse. Das sind die grössten lebenden Nagetiere. Der erste Abend beganng mit einigen tierischen Überraschungen. Zuerst wollte ich in der Dämmerung einen Stein beim Zelt wegschieben. Dieser entpuppte sich jedoch als ziemlich lebendig und flugs hüpfte eine riesige Kröte direkt in unser Vorzelt hinein. Ich hatte meine liebe Mühe, das arme Tier wieder da raus zu bewegen. Natürlich wollte ich meinen Fund Simone zeigen und rief sie herbei. Ein abrupter Schrei liess mich jeodch aufschrecken…. Was war los? Sie konnte die Kröte ja gar noch nicht gesehen haben! Hoppla, ihren Weg kreuzte eine ca. 80 cm lange Schlange. Im Halbdunkel eine Begegnung der anderen Art! Als ich auch diese an unserem Zelt vorbei gelotst hatte, kehrte endlich wieder Ruhe ein und wir konnten unsere Parilla starten. Offenbar war unser Zeltstandort für Wildwechsel ausgelegt, besuchte uns doch Kröte Berta (so taufte Simone das liebe Tierchen) unseren Weg an den beiden folgenden Abenden immer wieder.

Am ersten Tag nach unserer Ankunft hatten wir einen Ausflug mit Boot in die Sümpfe gebucht. Um 08.00 Uhr gings mit dem Aussborder-Motorboot los. Wieder hatten wir eine Privat-Führung mit dem Campingplatz-Aufseher. Er führte uns während zwei Stunden dem Sümpfen entlang zu den farbenprächtigsten Plätzen mit unzähligen Vogelarten, Carpincho-Familien und…natürlich zu den Yagarés, den dort ansässigen Kaimen. Die max. 1.5 Meter langen Echsen stellten für uns zwar keine Bedrohung dar, sie suchten in der Regel eher das Weite. Wir konnten uns ihnen mit dem Boot jedoch bis auf wenigen Meter nähern. Einfach Hammer! Auch die Carpinchos waren nicht allzu scheu, hatten sie sich doch an die Gegenwart der Menschen gewöhnt und wohl auch im Wissen, dass wir keine Bedrohung für sie darstellten. Einer der Kaimane schwamm sogar im Bootsanlegesteg beim Campingplatz herum und näherte sich unseren neugiergen Blicken - vom sicheren Steg herab - ebenfalls auf wenige Meter. Am zweiten Tag unternahmen wir einen Spaziergang auf den parkeigenen Pfaden. Durch lauschiges Dickicht begleitete uns ohrenbetäubendes Vogelgezwitscher. Und in den Wipfeln der Bäume hausten Affenfamilien, die wir von unten während Minuten in ihrem Tun beobachteten. Gegen den kühleren Abend hin bestigen wir erstmals den Rücken von Pferden und ritten während zwei Stunden durch Kuhherden und auf endlosen Weiden dem Sonnenuntergang entgegen. Wir fühlten uns wie kleine Gauchos!

Etwas wehmütig nahmen wir dann Abschied von diesem herrlichen Ort - ein absoluter Höhepunkt - und setzten unsere Reise Richtung Norden zum Dreiländer-Eck Paraguay - Brasilien - Argentinien fort. Nach einem Zwischenstopp in San Ignazio und seiner beeindruckenden Jesuiten-Siedlung erreichten wir schliesslich Puerto Iguazú. Wir besichtigten die Fälle am ersten Tag von der brasilianischen Seite, am zweiten Tag auf der argentinischen. Die Garganta del Diablo auf der argentinschen Seite war für mich etwas vom Spektakulärsten überhaupt. Gewaltige Wassermassen stürzen sich in die Tiefe hinab. Angesichts des sehr ruhigen Flussverlaufes oberhalb fast unvorstellbar. Wir bewanderten die Fälle während mehreren Stunden. Auf dem Zeltplatz machten wir noch die Bekanntschaft mit Besuchern aus der Capital Federal (B.A.) und einer belgischen Familie mit zwei Mädchen, die seit nunmehr drei Jahren in ihrem Ford-Pick-Up mit Aufbau von Canada kommend unterwegs waren!

Leider finden sich in unseren neusten Artikeln weniger Bilder, die haben wir zwar, aber es dauert jeweils Ewigkeiten, bis diese hochgeladen sind. Und da in Argentinien immer mal wieder Siesta ist und die Läden schliessen, fehlen die schönen Aufnahmen dieses Mal! Wir entschuldigen uns für die Unannehmlichkeiten :-))

Zurück in Argentinien

07. April 2009

Nach erfolgreicher (Wieder-)Einreise nach Argentinien war Humahuaca unser nächstes Ziel. Eine wunderbare Schluchtenlandschaft (eine sogenannte Quebrada) schlängelt sich bis hinab zur Provinzhauptstadt San Salvador de Jujuy. Nach den Strapazen in Bolivien gönnten wir uns erst einmal zwei ruhige Nächte in einem sehr hübschen Hostal Azul. Wir nutzten die Zeit für Wäsche waschen (lassen) und das Auto wieder in Ordnung bringen. Nach einem Abstecher nach Purmamarca, wo es den schönsten Markt mit einheimischen Waren (allerlei Artesania wie Töpfe, Decken, Halstücher und Pullover aus Lamawolle) geben soll, ging’s weiter nach San Salvador und hinauf in Richtung Calilegua-Nationalpark. Auch dort nächtigten wir zwei Mal in einem sehr neuen Hostal, da ein Campingplatz nur im Nationalpark zu finden war. Wir entschieden uns jedoch aufgrund der enormen Wassermengen, die innert kurzer Zeit vom Himmel fielen, für die trockene Variante (und gut klimatisierte zudem). Die Besitzer organisierten für den kommenden Tag kurzerhand eine Privat-Führung im Nationalpark. Und die lohnte sich auf jeden Fall! Während rund vier Stunden wanderten wir verschlungenen Pfanden entlang und bekamen allerlei Bäume, Pflanzen und Tiere  (v.a. Vögel) erklärt. Beltran, so hiess unser Begleiter, kehrte jeden Baumstrunk und fingerte irgendwelche Maden und Larven hervor…einige sogar zum Essen geeingnet, sollte man sich tatsächlich verirren. Wir befanden uns in einem sehr speziellen Park, der mit seiner Vegetation und der Flora und Fauna zum Regenwald zählt. So sind denn auch etliche Raubkatzen, u.a. der Jaguar hier heimisch. Wir bekamen diesen natürlich nicht zu sehen, dafür unzählige Vögel, Schmetterlinge und sonstiges Kleingetier. Das Klima war an diesem Tag aufgrund der vorangegangenen Regenfälle einigermassen erträglich, auch die Stechmücken setzten uns nicht allzu sehr zu. Bevor wir uns am folgenden Tag von unseren Gastgebern (mit denen  wir uns am Vorabend bis in alle Herrgottsfrühe mit Händen und Füssen unterhalten hatte) verabschiedeten, wurden wir noch in die Hinterräume des Hauses geführt, wo sich tatsächlich zwei Radiostudios befanden. Die Dueña steckte dem Moderator, der gerade im Begriff war, mit dem Programm zu starten, einen Zettel mit unseren Namen und dem Grund unseres Aufenthaltes zu. Keine zwei Minuten später ging eine Grussbotschaft über den Äther, die sicherlich eine Minute dauerte und wir standen daneben und trauten unseren Ohren nicht ganz! So wusste nun wahrscheinlich die ganze Region, dass wir auf Hochzeitsreise sind und die Schweizer doch tatsächlich drei Monate dafür brauchen!!! Nach herzlicher Verabschiedung und etlichen Geschenken machten wir uns auf die Weiterfahrt Richtung Salta.

Der geneigte Leser wird sich nun bestimmt erinnern, dass wir von dort schon einmal berichtet haben. Gut aufgepasst! Der Grund dafür lag in der Schusseligkeit meiner Wenigkeit, die sämtliche Fotos dieser wirklich wunderbaren Stadt gelöscht hat (auch die, die belegen sollten, dass wir die 1′070 Stufen auf den Hausberg tatsächlich zu Fuss gemacht haben!!!) Zwei Tage gönnten wir uns abermals in der Stadt, die sich auch am Abend hervorragend zum fein Essen eignet.

Nach Salta stand uns wieder einmal eine längere Strecke in die Gegend um Resistencia bevor. Die Strecke, die während ca. 600 km mehr oder weniger schnurgerade verläuft, führte uns durch eine ganz andere Landschaft, mit sehr viel Landwirtschaftsbetrieben im Ackerbau. Sehr fruchtbar, aber die Landschaft eher langweilig, da es auch unzählige Traktore auf den Strassen hatte, die sich immer wieder als Verkehrshindernisse erwiesen. Roque Sáenz Paña und Resistencia, wo wir je eine Nacht verbrachten, waren nicht wirklich spektakulär und so freuten wir uns auf die immer nähre kommenden Iguazú-Fälle.

Abenteuer Bolivien

20. März 2009

So wie von Argentinien nach Chile verlief auch der Grenzübertritt von Chile nach Bolivien relativ harmlos. Bei der Migracion waren wir relativ schnell durch, mussten aber unser Auto noch beim Zoll melden. Der befand sich aber auch wieder etwa 50 km weit vom Grenzverlauf entfernt….auf sage und schreibe 5′025 MüM!! Hier haben wir auch den meines Wissen höchstegelegenen Fussballplatz der Welt vorgefunden. Auf einen Trainingseinheit habe ich jedoch verzichtet. Es fing nämlich an, ein wenig zu schneien. Wir machten uns nach vollendetem Grenzübertritt danach auf zu den berühmten Lagunen, angefangen bei der Laguna Verde. Das war’s noch schön und farbig, die Lamas und Vicuñas grasten friedlich. Auch die Flamingos, von denen es auf dieser Höhe drei verschiedene Arten gibt, sind perfekt an die doch eher lebensfeindlichen Bedingungen angepasst. Mit zunehmender Reisedauer verschlechterten sich die Wege - oder besser Pfade - zusehends. So galt es für uns, den Spuren anderer Fahrzeuge zu folgen. Hier scheint sich jeder seinen eigenen Weg zu bahnen. Strassen gibt es nur rar. Vorbei an der Laguna Grande de Chalviri, wo Pauschaltouristen sich in einer Terme suhlten, fuhren wir weiter zur Laguna Colorada. Auf dem Weg dorthin verkamen uns nur 4×4-Fahrzeuge…..ausschliesslich der Marke Toyota Land Cruiser (das wird den Franz und den Chrigi besonders freuen zu hören) ….komisch, komisch!! An dieser Stelle fällt mir ein, dass wir euch unser Fahrzeug ja noch gar nie vorgestellt haben!! Auf vielfachen Wunsch hin tun wir dies natürlich gerne. Et voilà:

just kidding....

just kidding....

 hier unser “echtes”:

unser kleiner Suzuki inmitten der grosse Cruiser

unser kleiner Suzuki inmitten der grossen Cruiser

 

 

 

 

 

 

Angekommen in der Laguna Colorada waren erst einmal fasziniert vom Farbenspiel auf dem Wasser. Die unzähligen Flamingos, die unaufhörlich nach Futter im Wasser suchten, die weidenden Lamas mit ihrem farbenprächtigen Kopfschmuck. Das Wetter schien sich - wie konnte es auch anders sein - wieder einmal von seiner schlechteren Seite zeigen zu wollen. Plötzlich begann ein Sturmwind aufzukommen und Schneeflocken peitschten uns entgegen. Wir fuhren noch ein Stück von der Lagune weg und entschlossen uns im Auto zu nächtigen. Um ca. 18.30 Uhr war es bereits stockdunkel und ein heftiges Gewitter donnerte und blitzte über unseren Köpfen. Schnee fiel in rauhen Mengen.

Nach einer eher unruhigen Nacht wollten wir uns auf den Weg nach Queteña machen . Wir erkundigten uns bei der nahe gelegenen Siedlung nach dem Weg. Der ansässige und vom vielen Coca-Blätter kauen mehr oder weniger zahnlose Bolivianer machte irgend eine Handbewegung Richtung Osten…da irgendwo gehe es lang!!! Wir trauten dem Frieden nicht so ganz und wendeten uns an die freundliche Parkwächterin. Sie riet auch sogleich von dieser Route ab. Man finde den Weg, insbesondere mit Schnee, nur schwerlich. Eine glückliche Fügung des Schicksals wollte es, dass nur wenig später ein 3er-Konvoi Land-Cruiser mit Touristen vorbei kam. Denen durften wir uns anschliessen. So folgten wir von nun ab eben dieser Gruppe. Orientierung auf diesem Teil des Altiplano wäre für uns ohne GPS oder Führer schlichtweg eine Unmöglichkeit gewesen. Beim “Arbol de Piedra” (siehe Foto unten) mussten wir denn auch das Unterbodenschutzblech unseres Suzukis von den Bolivianos (denn die hatten wenigsten rechtes Werkzeug dabei) entfernen lassen, so verbogen und beschädigt war es. Es hätte uns früher oder später den Reifen zerschliessen. Wir waren wohl zwischenzeitlich eher ein Hindernis für die Land-Cruiser-Truppe. Dies, weil unsere Fahrzeug über eindeutig zu wenig Bodenfreiheit verfügte…sorry Suzuki: Prädikat untauglich!!! Jetzt wurde uns auch langsam klar, weshalb wir keinen einzigen anderen Individual-Touristenwagen, geschweige denn ein anderes Fahrzueg als einen Land-Cruiser zu Gesicht bekamen!!

Die Tour der Landcruiser-Gruppe führte über ein Salzhotel am Rande des Salar de Uyuni nach Uyuni selbst. Für uns natürlich ideal, konnten wir so doch den Salar mit ortskundiger Führung bereisen.

Allen Widrigkeiten der Strecke und des Geländes zum Trotz war und ist dieses Gegend ein absoluter Höhepunkt! Die Farben, Formen und Streckenabschnitte waren schlichtweg fantastisch! Der Salar de Uyuni mit seinem endlosen Weiss hinein in den Horizont absolut genial, atemberaubend….einfach wunderbar!

Nach einem kurzen Stopp in Uyuni und dem obligaten Besuch des “Cementerio de los Trenes”, verabschiedeten wir uns von unsere bolivianischen Rettern und machten uns auf den Weg nach Tupiza. Leider verhinderte ein Bergsturz die Weiterfahrt auf der offiziellen Strasse. Durch das Flussbett suchten wir den Anschluss wieder zu finden. Im Glauben, den Richtigen gefunden zu haben, kurvten wir auf unsäglich schlechten Strassen dem vermeintlichen Tupiza entgengen. Kurz vor dem Eindunkeln standen wir schliesslich an einem Schlagbaum und wussten definitiv , dass es hier nicht nach Tupiza geht. Der freundliche “Dorfbewacher” bestätigte uns dies auch umgehend, anerbot sich aber sogleich, uns am folgenden Morgen nach Tupiza zu begleiten. Wir verabredeten uns auf 07.00 Uhr und nächtigten so auf 4′800 MüM abermals im Auto auf einem Dorfplatz. Bolivien hatte soeben seine erste Big-Brother-Staffel erlebt! Herrlich!

Für die 90 km nach Tupiza benötigten wir sage und schreibe drei volle Stunden, im Fond unseren freundlichen Dorfbewacher mit Frau und Kleinkind im Arm! Auch diesmal erwies sich die Begleitung als glückliche Fügung, war die offizielle Strasse doch wiederum durch einen Felssturz verschüttet. Den Umweg durchs Flussbett hätten wir wahrscheinlich ohne Ortskenntnisse nur schwerlich gefunden!

So waren wir recht froh, dass die argentinische Grenze langsam aber sicher wieder näher kam. Teerstrassen und Beschilderungen sind in Bolivien etwa so selten, wie Lamas in Emmental. Beim Grenzübertritt nach Argentinien mussten wir uns erstmals in Geduld üben. Reisebusse voll mit Bolivianos und Peruanern verzögerten sowohl für uns als auch für Einheimische die Einreise erheblich.

Fazit des Abenteuers Bolivien: Unvergleichlich schöne Landschaften mit wunderbaren Bekanntschaften…aber auch: Expect the worst!