So wie von Argentinien nach Chile verlief auch der Grenzübertritt von Chile nach Bolivien relativ harmlos. Bei der Migracion waren wir relativ schnell durch, mussten aber unser Auto noch beim Zoll melden. Der befand sich aber auch wieder etwa 50 km weit vom Grenzverlauf entfernt….auf sage und schreibe 5′025 MüM!! Hier haben wir auch den meines Wissen höchstegelegenen Fussballplatz der Welt vorgefunden. Auf einen Trainingseinheit habe ich jedoch verzichtet. Es fing nämlich an, ein wenig zu schneien. Wir machten uns nach vollendetem Grenzübertritt danach auf zu den berühmten Lagunen, angefangen bei der Laguna Verde. Das war’s noch schön und farbig, die Lamas und Vicuñas grasten friedlich. Auch die Flamingos, von denen es auf dieser Höhe drei verschiedene Arten gibt, sind perfekt an die doch eher lebensfeindlichen Bedingungen angepasst. Mit zunehmender Reisedauer verschlechterten sich die Wege - oder besser Pfade - zusehends. So galt es für uns, den Spuren anderer Fahrzeuge zu folgen. Hier scheint sich jeder seinen eigenen Weg zu bahnen. Strassen gibt es nur rar. Vorbei an der Laguna Grande de Chalviri, wo Pauschaltouristen sich in einer Terme suhlten, fuhren wir weiter zur Laguna Colorada. Auf dem Weg dorthin verkamen uns nur 4×4-Fahrzeuge…..ausschliesslich der Marke Toyota Land Cruiser (das wird den Franz und den Chrigi besonders freuen zu hören) ….komisch, komisch!! An dieser Stelle fällt mir ein, dass wir euch unser Fahrzeug ja noch gar nie vorgestellt haben!! Auf vielfachen Wunsch hin tun wir dies natürlich gerne. Et voilà:

just kidding....
hier unser “echtes”:

unser kleiner Suzuki inmitten der grossen Cruiser
Angekommen in der Laguna Colorada waren erst einmal fasziniert vom Farbenspiel auf dem Wasser. Die unzähligen Flamingos, die unaufhörlich nach Futter im Wasser suchten, die weidenden Lamas mit ihrem farbenprächtigen Kopfschmuck. Das Wetter schien sich - wie konnte es auch anders sein - wieder einmal von seiner schlechteren Seite zeigen zu wollen. Plötzlich begann ein Sturmwind aufzukommen und Schneeflocken peitschten uns entgegen. Wir fuhren noch ein Stück von der Lagune weg und entschlossen uns im Auto zu nächtigen. Um ca. 18.30 Uhr war es bereits stockdunkel und ein heftiges Gewitter donnerte und blitzte über unseren Köpfen. Schnee fiel in rauhen Mengen.
Nach einer eher unruhigen Nacht wollten wir uns auf den Weg nach Queteña machen . Wir erkundigten uns bei der nahe gelegenen Siedlung nach dem Weg. Der ansässige und vom vielen Coca-Blätter kauen mehr oder weniger zahnlose Bolivianer machte irgend eine Handbewegung Richtung Osten…da irgendwo gehe es lang!!! Wir trauten dem Frieden nicht so ganz und wendeten uns an die freundliche Parkwächterin. Sie riet auch sogleich von dieser Route ab. Man finde den Weg, insbesondere mit Schnee, nur schwerlich. Eine glückliche Fügung des Schicksals wollte es, dass nur wenig später ein 3er-Konvoi Land-Cruiser mit Touristen vorbei kam. Denen durften wir uns anschliessen. So folgten wir von nun ab eben dieser Gruppe. Orientierung auf diesem Teil des Altiplano wäre für uns ohne GPS oder Führer schlichtweg eine Unmöglichkeit gewesen. Beim “Arbol de Piedra” (siehe Foto unten) mussten wir denn auch das Unterbodenschutzblech unseres Suzukis von den Bolivianos (denn die hatten wenigsten rechtes Werkzeug dabei) entfernen lassen, so verbogen und beschädigt war es. Es hätte uns früher oder später den Reifen zerschliessen. Wir waren wohl zwischenzeitlich eher ein Hindernis für die Land-Cruiser-Truppe. Dies, weil unsere Fahrzeug über eindeutig zu wenig Bodenfreiheit verfügte…sorry Suzuki: Prädikat untauglich!!! Jetzt wurde uns auch langsam klar, weshalb wir keinen einzigen anderen Individual-Touristenwagen, geschweige denn ein anderes Fahrzueg als einen Land-Cruiser zu Gesicht bekamen!!
Die Tour der Landcruiser-Gruppe führte über ein Salzhotel am Rande des Salar de Uyuni nach Uyuni selbst. Für uns natürlich ideal, konnten wir so doch den Salar mit ortskundiger Führung bereisen.
Allen Widrigkeiten der Strecke und des Geländes zum Trotz war und ist dieses Gegend ein absoluter Höhepunkt! Die Farben, Formen und Streckenabschnitte waren schlichtweg fantastisch! Der Salar de Uyuni mit seinem endlosen Weiss hinein in den Horizont absolut genial, atemberaubend….einfach wunderbar!
Nach einem kurzen Stopp in Uyuni und dem obligaten Besuch des “Cementerio de los Trenes”, verabschiedeten wir uns von unsere bolivianischen Rettern und machten uns auf den Weg nach Tupiza. Leider verhinderte ein Bergsturz die Weiterfahrt auf der offiziellen Strasse. Durch das Flussbett suchten wir den Anschluss wieder zu finden. Im Glauben, den Richtigen gefunden zu haben, kurvten wir auf unsäglich schlechten Strassen dem vermeintlichen Tupiza entgengen. Kurz vor dem Eindunkeln standen wir schliesslich an einem Schlagbaum und wussten definitiv , dass es hier nicht nach Tupiza geht. Der freundliche “Dorfbewacher” bestätigte uns dies auch umgehend, anerbot sich aber sogleich, uns am folgenden Morgen nach Tupiza zu begleiten. Wir verabredeten uns auf 07.00 Uhr und nächtigten so auf 4′800 MüM abermals im Auto auf einem Dorfplatz. Bolivien hatte soeben seine erste Big-Brother-Staffel erlebt! Herrlich!
Für die 90 km nach Tupiza benötigten wir sage und schreibe drei volle Stunden, im Fond unseren freundlichen Dorfbewacher mit Frau und Kleinkind im Arm! Auch diesmal erwies sich die Begleitung als glückliche Fügung, war die offizielle Strasse doch wiederum durch einen Felssturz verschüttet. Den Umweg durchs Flussbett hätten wir wahrscheinlich ohne Ortskenntnisse nur schwerlich gefunden!
So waren wir recht froh, dass die argentinische Grenze langsam aber sicher wieder näher kam. Teerstrassen und Beschilderungen sind in Bolivien etwa so selten, wie Lamas in Emmental. Beim Grenzübertritt nach Argentinien mussten wir uns erstmals in Geduld üben. Reisebusse voll mit Bolivianos und Peruanern verzögerten sowohl für uns als auch für Einheimische die Einreise erheblich.
Fazit des Abenteuers Bolivien: Unvergleichlich schöne Landschaften mit wunderbaren Bekanntschaften…aber auch: Expect the worst!
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just kidding....
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unser kleiner Suzuki inmitten der grosse Cruiser
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Laguna Verde
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zur Laguna Colorada
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Lama mit Kopfschmuck
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Anden-Flamingo
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Laguna Colorada
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Arbol de Piedra (ungewöhnlich im Schnee)
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Jeanni on the Hand
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Gute Freunde!